Hochwasser in Bielefeld – Die Kraft irdischer Gewalten „So unbeherrschbar ist die Natur, so klein und schwach der Mensch. Die Flut 2013 lässt uns erneut in Demut staunen über die Kraft irdischer Gewalten und die Hilflosigkeit der Betroffenen. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren ...“ (Westfalen-Blatt 3.6.2013)
Irdische Gewalten und hilflose Menschen? Was wir an diesem Standort Nr. 7 sehen können, ist das Erosionsergebnis der Lutter nach einem schweren Gewitterregen (Juni 2013) . Man kann noch erkennen, dass das Gewässerufer schwer befestigt war/ ist (Pflastersteine an beiden Ufern). Trotzdem reißt das Wasser auch schwere Steine mit, wenn die Strömungsenergie (Wassermenge und Fließgeschwindigkeit) groß genug ist. Mit der Zeit ebnen sich diese Spuren wieder ein, durch natürliche Kräfte oder durch eine vorsorgende Verwaltung (Gefahrenabwehr).
Die Lutter in zwei Blicken: Bächlein und reißende Flut Was hier besonders eindrücklich ist: Man kann die Lutter in zwei Zuständen gleichzeitig sehen. Einmal ist sie ein eher harmloser Bach, der oberhalb der Eisenbahnbrücke mal gurgelt, mal fast still steht. Ein anderesmal reißt die Lutter durch Unterspülung und direkte Seitenerosion das Ufer meterhoch auf. Nach einem solchen Ereignis kann man die Wasserhöhe noch lange an Spuren in den Büschen und Bäumen an beiden Ufern abmessen.
Fachdefinition von Seitenerosion Seitenerosion, Lateralerosion, Teilprozess der Fluvialerosion, der die Uferböschung unterschneidet. Er wird vor allem von der Strömungsenergie, die sich aus Abflussmenge und Fließgeschwindigkeit ergibt, der Zusammensetzung des Bett-, und Ufermaterials sowie der Flussfracht bestimmt. Weitere Einflussfaktoren sind Klima, Vegetation (vor allem Ufervegetation), Fauna (Uferbauten, Trittschäden), Gestein (vor allem morphologische Gesteinshärte), Relief (vor allem Tallängsprofil und Talquerprofil) und der Mensch (z.B. Rodung im Einzugsgebiet oder wasserbauliche Maßnahmen). (Quelle: www.spektrum.de/lexikon/geographie/seitenerosion/7157)