Jahrhunderthochwasser alle 3 Jahre? Sind dies Naturereignisse, wie es alle 30 oder 50 oder 100 Jahre (oder alle drei Wochen) vorkommen können? Oder ist dies ein vorhersehbarer Fall, für den man vorsorgen kann? Oder ist dies meist lokal und nicht zu verallgemeinern?
Die Stadt am Teutoburger-Wald ist durchzogen von meist versteckt liegenden Grünzügen. Von fast jedem Punkt der Stadt aus lässt sich ein solcher schnell zum Spazierengehen oder - im Sommer - zum Sonnenbaden erreichen. Bielefeld bietet auch schöne Parks, die zum Teil (z. B. Nordpark) etwas versteckt liegen. Herausragend ist das ausgezeichnete Angebot an Spielplätzen im gesamten Stadtgebiet. (www.occities.org/de/bielefeld_und_umzu/html)
Andererseits: Ärger über verschlammte Stauteiche Stauteich I wurde 2007 entschlammt (5.000 m3 ), Stauteich II im Jahre 1978 (7.000 m3), Stauteich III im Jahre 1971 (10.000 m3). Teilweise bilden sich hier schon Inseln. Die Entschlammungskosten für die Stadt wären: 1 Million € für den Stauteich II, ca. 2 Millionen € für Stauteich III. (www.nw-news vom 17.10.2012)
Die Lutter ist 12,1 km lang. Sie verläuft im innerstädtischen Bereich weitgehend verrohrt. Ab der Otto-Brenner-Straße durchläuft sie auf einer Fließlänge von 1,5 km offen die Stauteiche I-III. Diese drei Stauteiche sind im Dauerstaubetrieb – d.h. sie bieten einen angenehmen Blick auf eine offene Wasserfläche, sind aber durch die Sedimente der Lutter von Verlandung bedroht. Die Teiche wurden von der Stadt um 1930 angelegt, damals auch aus Gründen des Hochwasserschutzes. Wenn die Teiche gefüllt sind, haben sie aber keine weitere Rückhaltefunktion. Womöglich sind sie zu ihrer Zeit auch eher zur Schaffung von Arbeit und aus Gestaltungsgründen angelegt worden.
Die Staumauern enthalten – Beispiel Stauteich III – einen Grundablass (wie ein Stöpsel) in 87,03 Meter Höhe über NN, eine Überlaufschwelle unterhalb der Brücke in 89,94 m Höhe und einen Durchlass bei 88,60 m Höhe; daraus lässt sich die planerische Höhe des Wassers, also ohne Schlamm ermitteln (1, 57 bzw. 2,91m); auch das Stauvolumen lässt sich so errechnen. Heute spricht man von „Wassermanagement“. Angenehme Begleiterscheinung für Spaziergänger: Das überlaufende Wasser rauscht – man kann es links von der Tafel also sehen und hören: „Lust auf Wasser – Lust auf Lutter“. (vgl. auch Weser-Lutter Bielefeld auf youtube.com/watch?v=3ZsYDWsovx8)
Die Entschlammung hätte aber wenig oder nichts mit Hochwasserschutz zu tun, weil die Stauteiche bereits im Dauerstau gefüllt sind. Außerdem wäre zur Bewältigung eines großen Hochwassers wie in Heepen (2013) ein Rückhaltevolumen von deutlich mehr als 100.000 m3 nötig. (vgl. nw-news 13.08.2013)
Umflut der Lutter: Lösung für ein Problem und neues Problem Man könnte die Lutter um die Teiche herum leiten. Man vermeidet damit ein Verlanden. Außerdem wäre so die Lutter „ökologisch durchgängig“, wie es die EU-Wasserrichtlinie bis 2023 vorschreibt. (vgl. www.bielefeld.de/ftp/dokumente/HochwHeepen_Infos1113.pdf) Die Stadt hätte trotzdem die Entschlammung zu bezahlen. Eine freiwillige Aufgabe (und also in Zeiten knapper Kassen bzw. gar einer Haushaltssicherung kaum/ nicht zulässig)? Oder eine Frage der Prioritäten?
Eine Chance für Wasser in der Stadt zum geringen Tarif Jedenfalls kann man am Beispiel der 3 Stauteiche sagen, dass Bielefeld durchaus schöne Gewässer hat, die auch für die Erholung geeignet sind. Hier wäre mit wenig Aufwand und relativ wenig Geld ein großer Effekt für die Naherholung zu schaffen: Blickfenster durch Bäume und Sträucher; Sitz- und Liegegelegenheiten; Bewirtschaftung bei schönem Wetter durch eine (vorhandene) kleine Gaststätte; grüne Ecken zum Sitzen, Lesen, Zeit verbummeln. Statt teurer Bänke ein paar liegende Stämme zum Sitzen (und Balancieren). Vielleicht findet sich sogar ein Bootsverleiher (wie am Sennestadt-Teich), soweit die Tierwelt und einige Uferzonen geschont werden.